Jetzt kommt die Beiz für Bierfans: der «Bierjohann»

Bier ist nicht gleich Bier. Das wird uns in der neu eröffneten Bierstube Zum Bierjohann an der Elsässerstrasse 17 klar gemacht. In den Räumlichkeiten, wo einst das «Rhyschänzli» und das «Le Bienvenu» hausten, wird nun Bier in allen Variationen serviert. Und zwar von bekannten Basler Gastro-Leuten.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Bier ist nicht gleich Bier. Das wird uns in der neu eröffneten Bierstube Zum Bierjohann an der Elsässerstrasse 17 klar gemacht. In den Räumlichkeiten, wo einst das «Rhyschänzli» und das «Le Bienvenu» hausten, wird nun Bier in allen Variationen serviert. Und zwar von bekannten Basler Gastro-Leuten. Ein Ort für Liebhaber und Entdecker.

Am Sonntagabend hat die neue Bierstube Zum Bierjohann offiziell eröffnet. Die Lokalität an der Elsässerstrasse 17 hat Tradition: Man kennt sie vor allem vom langjährigen Betrieb des «Rhyschänzli», welches Anfang 2015 an einen neuen Standort gewechselt hat. Nachdem die Betreiber des darauffolgenden Restaurants «Le Bienvenue» im Mai dieses Jahres nach kurzer Betriebszeit bereits wieder aufgegeben haben, weht nun der nächste frische Wind.

Das Konzept – Bier, Bier und nochmals Bier – passt zum Ort und kommt gut an. «So eine richtige Beiz wie diese hier gibt es in Basel kaum noch», sagt einer der ersten Gäste des «Bierjohann» beim Opening am Sonntagabend. Und tatsächlich: Der urtümliche Charme des Lokals blieb auch nach dem zweiten Wirtewechsel erhalten. So wurde zwar in den letzten anderthalb Monaten vieles im Erdgeschoss der Elsässerstrasse 17 umgebaut, die ursprüngliche Grundessenz bleibt aber bestehen.

Vom «Manger & Boire» an die Elsässerstrasse zum «Bierjohann»

Die neue Bar, die neuen Holztische und die dunkelgraue Farbe, die stellenweise eingesetzt wurde, verleihen dem Raum weiterhin ein gemütliches, warmes Ambiente. «Wir haben ganz bewusst die schöne Decke und die Holzkasten-Wände so belassen, wie sie waren. So wird der Charakter dieser Stube bewahrt», sagt Mathias Thüring. Er und seine Kollegin Julia Füzesi sind zwei bekannte Gesichter in der jungen Basler Gastronomieszene. Beide haben während achteinhalb Jahren zusammen das «Manger & Boire» am Barfüsserplatz betrieben.

«Ein Betrieb, der all den Bierdurstigen ein grosszügiges Sortiment im Offenausschank bietet und auch beim Flaschenbier mal zeigt, was Bier so alles kann», sagt Andreas Klein.

Seit Ende Oktober widmen die beiden ihr Herz und ihre Zeit ganz dem neuen Projekt «Zum Bierjohann» und sind hier für die Gastronomie zuständig. Initiator ist jedoch Andreas Klein. Der langjährige Bierkenner und Diplom-Biersommelier hat die beiden an ihrem ehemaligen Arbeitsort kennen gelernt. «Andreas kam genau zu einem Zeitpunkt auf uns, als Julia und ich sowieso Lust auf etwas Neues hatten», sagt Mathias Thüring. Für Andreas Klein war wichtig, dass er «Zum Bierjohann» gemeinsam mit einem Team aufbauen konnte.

Denn neben dem neuen Bierlokal führt der gebürtige Deutsche noch einen weiteren Betrieb, das «Bierlager». Dort verkauft er seit über vier Jahren Charakter-Biere in hoher Qualität — allerdings nur an Gastronomen und den Handel. «Es war aber auch schon immer mein Ziel, einen Gastronomiebetrieb für private Leute aufzubauen. Ein Betrieb, der all den Bierdurstigen ein grosszügiges Sortiment im Offenausschank bietet und auch beim Flaschenbier mal zeigt, was Bier so alles kann», sagt er.

Bier ist nicht gleich Bier, wird einem hier schnell zu verstehen gegeben. Und so befinden sich an der Wand hinter der Bar 18 Bierzapfhähne. Das Sortiment im Offenausschank lässt kaum noch Wünsche offen. Traditionelle Biere werden genauso angeboten wie Charakter-Biere aus der ganzen Welt. «Man trifft hier immer wieder auf Bierstile, die selbst gestandene Biertrinker noch nicht im Glas hatten», sagt Klein.

Jedes Bier wurde von ihm sorgfältig und mit grösster Achtsamkeit ausgewählt. «Unter den Bierfässern, die an den Zapfhähnen angeschlossen sind, befinden sich auch richtige Raritäten. Ich will nur mit Brauereien zusammen arbeiten, die meine Leidenschaft, qualitativ hochwertiges Bier zu zelebrieren, teilen», sagt Klein.

«Auf unserer Wunschliste stehen mittlerweile rund tausend Biere, die wir nach und nach anbieten wollen», sagt Mathias Thüring.

Und so findet man in den zwölf Kühlschränken zudem eine einzigartige Auswahl an über 200 Biersorten in Flaschen. Das Bier stammt vornehmlich aus Europa, aber auch von Übersee ist eine beachtliche Auswahl im Angebot. «Auf unserer Wunschliste stehen mittlerweile rund tausend Biere, die wir nach und nach anbieten wollen», sagt Thüring.

Damit das Bier auch richtig gelagert ist, wurden im Keller zwei Kühlräume eingebaut. Für lagerfähiges Bier soll in den kommenden Jahren ein Bierkeller ausgebaut werden. Wenn Klein über Bier spricht, glänzen seine Augen. «Bier, das eine kräftige Zitrusnote hat oder nach Kaffee und Schokolade schmeckt.» Man könnte als Laie denken, er würde über exquisite Weine reden.

«Viele Gerichte wie unsere Gulaschsuppe, der Krautsalat oder der Obadzda erinnern an bayrische Grossmuttersküche», sagt Andreas Klein.

Bier macht hungrig, weiss der Kenner. So wird im «Zum Bierjohann» auch eine passende Küche angeboten. «Mit Wein zu kochen, kennt man ja bereits schon. Bier eignet sich aber ebenfalls sehr gut zum Kochen. Auch speziellere Kombinationen wie Käse und Schokolade zum passenden Bier oder Austern mit Bier kann man bei uns künftig probieren», sagt Klein.




(Bild: Hans-Jörg Walter)

Das «Zum Bierjohann» ist aber vornehmlich eine Bierstube und kein Restaurant. Die einfachen Gerichte werden täglich frisch vor Ort zubereitet. «Wir haben uns bewusst entschieden, kein aufwändiges, pompöses Essen zuzubereiten. Wir verzichten auch auf schicke Tischdecken, sondern servieren beispielsweise unsere Wurst- oder Käseauswahl auf Holzplatten. Viele Gerichte wie unsere Gulaschsuppe, der Krautsalat oder der Obadzda erinnern an bayrische Grossmuttersküche», sagt Klein.

Bei der Auswahl der Produzenten wird — wie beim Bier auch — auf Qualität geachtet. «Unser Fleisch und die Wurst beziehen wir von der Metzgerei Schaad in Flüh, der Käse stammt vom Wirth’s Huus in der Colmarerstrasse und das Brot kommt von der Kultbäckerei in Basel», sagt er. Zu der bestehenden Karte sollen immer wieder auch themenbezogene Gerichte serviert werden, wie Haxen und Sauerkraut oder eine Schlachtplatte mit Blut- und Leberwurst.

Eine ehrgeizige Bieridee

Regelmässig stattfindende Events sind im «Zum Bierjohann» ebenfalls geplant. So steht beispielsweise für die wärmeren Jahreszeiten ein Weisswurst-Frühstück im Garten in Aussicht. «Aber auch schwerpunktmässige Biertasting-Seminare, bei denen man sich durch die verschiedenen Bierstile dieser Welt probieren kann, wollen wir anbieten», sagt Klein.

Der Bierkenner hat hohe Ansprüche an sich und sein Team: «Wir möchten Bierkultur auf höchstem Niveau anbieten, und da langt es nicht, einfach nur ein paar verrückte Biere in den Kühlschrank zu stellen.»


«Zum Bierjohann» hat von Dienstag bis Samstag jeweils von 16 Uhr bis 23 Uhr beziehungsweise bis 24 Uhr am Freitag und Samstag geöffnet und befindet sich an der Elsässerstrasse 17 in Basel.

Konversation

  1. Ist doch schön, wenn Leute das Risiko eingehen, Projekte zu realisieren! Offenbar sind wir im Grundkern eine konservative Start, wo ist dann immer auch Leute gibt, welche dann etwas herum zu mäkeln haben. Und von früheren Zeiten schwadronieren, wie wenn diese auch so toll gewesen sein sollten. Ich freue mich auf diese Bier Beiz, und werde da bestimmt hingehen!

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  2. Das ist so typisch, kaum macht ein tolles Team wie das vom Bier Johann mit einer ja neuen Idee endich ein Bierladen für Geniesser auf, kommen die Kritiker wieder aus ihren Löcher gekrochen. Geht erst einmal hin, schaut es euch an, spricht mit den Leute, lasst euch Biermässig-Beraten und dann könnt ihr wieder kommen….Ich wünsche dem Bier Johann Team nur das Beste, die vielen Leute am Eröffnungstag sprachen Bände….da standen vorwiegend Normalos rum die endlich weg von den Monopolbieren sich in diese vielfältige Bieroase begeben wollen. Wer hier Hipster sucht, ist wohl Fehl am Platz, ein paar Bärte machen noch keine Hipster aus 😉 Viel Glück Bier Johann, ihr seid eine Bereicherung für die Stadt und das Quartier.

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  3. Ich bin sehr gespannt, ob das Konzept funktioniert und sich der Getränkehändler
    da nicht ein ganz eigenes Ei gelegt hat. So missgünstig wie der typische Basler Alternativ-Gastronom nämlich unterwegs ist, wird der sich durchaus die Frage stellen wie mit dem Nun-Mitbewerber umzugehen ist. Bier an andere Läden liefern und gleichzeitig dasselbe Import-Bier im eigenen Restaurant verkaufen….Nun ja. Man darf gespannt sein, was der ganze Craft Beer Hype noch für Blüten hervorbringt.

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  4. irgendeinisch gibt es keine Säufer mehr in Basel, sondern nur noch Lifestyle-Gastronomen und Lokalbierbrauer. Der Biervielfalt müsste eine Trinkervielheit gegenüberstehen, aber schon durch den grassierenden Cappuccinismus werden zahlreiche hoffnungsvolle potenzielle Säufer vorzeitig abgezapft, die dann im Koffeinrausch massenweise auf hippe Bierideen kommen und die Bierschwemme weiter anheizen. Ein urbaner Teufelskreis.

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    1. Bier? Saufen?
      Nee, da wächst etwas Anderes schneller und effizienter, bzw. sorgt für zunehmend gewisse Rundungen, was im Volksmund liebevoll als „Bierbauch“ bezeichnet wird. Das kommt daher, dass im Bier östrogenartige Substanzen vorhanden sind.

      Woanders wird Bier eher als „Flüssig Brot“ abgehandelt. Es ist das einzige Zuckergetränk, das nicht süss ist.

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  5. nichts gegen diese konzept, ich wünsche viel erfolg. ich spreche ein anderes thema an, dass dieses und andere quartiere betrifft und in der twao zum medialen modebegriff wurde: aufwertung, gentrification.

    zum einen jammern über aufwertung und verdrängung und dann genüsslich in dieser bar was trinken gehen. widersprüchlich.

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    1. So ist es: Jammern kostet halt nichts, sondern bringt den eigenen Seelenhaushalt ins Gleichgewicht: Man hat sich damit bewiesen, auf der Seite der Guten zu stehen, und kann nachher unbeschwert ins Flugzeug Richtung Süden steigen. Man darf auch ja schließlich auch etwas gönnen.

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  6. Julia + Mathias werden ihre langjährigen Erfahrungen im Manger zugute kommen, ohne sich mit Altlasten rumschlagen zu müssen wie damals („eingesottene, eher ältere Stammgäste“, die mit Veränderungen ihre liebe Mühe hatten ……). Julia allerdings war die Seele des M&B – und ohne Seele ist eine Beiz wie ein Aquarium ohne Wasser. Doch die Seele muss wandern, viel Glück euch beiden!

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