Mehr Bar und weniger Bücher im neuen «Con Letras»

Bücher raus, Qualitätskaffee und lokales Bier rein: Der Barbetrieb soll neue Kunden ins «Con Letras» locken. Das alte Ambiente wollen die jungen Initianten aber nicht aufgeben.

Reduzierter Name, diversifiziertes Angebot: Das «Con Letras» eröffnet am 28. November in neuem Kleid.

(Bild: Sebastian Wirz)

Bücher raus, Qualitätskaffee und lokales Bier rein: Der Barbetrieb soll neue Kunden ins «Con Letras» locken. Das alte Ambiente wollen die jungen Initianten aber nicht aufgeben.

In der verkehrsberuhigten Rheingasse ist nahe der Mittleren Brücke am Montagmorgen viel Verkehr. Es wird munter beliefert. Beim Reverenzgässlein endet die Betriebsamkeit. Zwischen der «Fischerstube» und dem «Hirscheneck» am Lindenberg ist es ruhig. Arvid Weck, Roger Greiner und Simon Müller wollen diese beiden Hotspots nun mit einem Farbtupfer verbinden.

Diese Funktion soll das Café Con Letras erfüllen. Punkten wollen die jungen Männer nicht nur mit dem Standort, sondern auch mit einem neuen Konzept für das bereits bestehende Café. Es soll auch von den unterschiedlichen Backgrounds der drei Unternehmer profitieren.

«Ich bin ein Fan von Synergien», sagt Roger Greiner. Koch Arvid Weck hat Erfahrungen in verschiedenen Küchen gesammelt, Greiner lenkt sowohl beim «Milchhüsli» (zwischenzeitlich Caffè Bologna) als auch bei der Buvette auf dem Bollwerk die Geschäfte und Simon Müller produziert preisgekrönten Kaffee und presst diverse Öle.

Von allem ein bisschen, von nichts zu viel

Das Café Con Letras wurde einst als Laden für lateinamerikanische Literatur gegründet. Nach einiger Zeit bot die Besitzerin zudem Kaffee an, wollte sich dann aber immer mehr aus dem Betrieb zurückziehen. Arvid Weck stieg ein und verschiebt nun den Schwerpunkt hin zum Restaurationsbetrieb.



Die Bücher sollen im Café Con Letras weichen, aber nicht alle.

Die Bücher sollen Platz machen, aber nicht ganz verschwinden. Ein wenig Buchladenflair soll erhalten bleiben. (Bild: Sebastian Wirz)

Im Nebenzimmer wollen die Gastronomen einen Loungebereich einrichten. Mindestens ein Bücherregal soll aber stehen bleiben. Architekturbücher von einem kleinen Verlag oder weiterhin spanische Bücher aller Art? Die neuen Beizer scheinen sich bezüglich des Sortiments noch keine konkreten Gedanken gemacht zu haben.

Klar wird im Gespräch, dass sie keine alten Zöpfe abschneiden wollen, sondern nur das Café aus dem Namen – es bleibt «Con Letras». Sonst gibt es keine einschneidenden Veränderungen. Die bisherigen spanischsprachigen Kunden seien weiterhin willkommen. Von den Büchern will man sich nicht ganz trennen, sie sollen aber weniger Platz einnehmen.

Gartenwirtschaft im Sommer

Die Küche ist nicht luxuriös, ein kleines Mittags- und Abendangebot soll es dennoch geben. Kulinarisch sollen guter Kaffee und die von Weck gebackenen Kuchen herausstechen, darunter mehrere vegane, was eine Seltenheit sei. Der Barbetrieb setzt auf lokale Biere und gute Weine.

Bisher darf das Café Con Letras etwa zwei Quadratmeter des Trottoirs benutzen. Im nächsten Sommer möchten Weck und Co. aber den Lindenplatz beleben. Das Bartreiben soll nicht bis in alle Nacht dauern, ein Gesuch für den Betrieb einer Gartenwirtschaft sei aber geplant, sagt Greiner.



Arvid Weck und Roger Greiner, die Betreiber des Café Con Letras, gönnen sich einen Kaffee vor ihrem Lokal. 

Die weissen Markierungen begrenzen den Platz, der dem «Con Letras» aktuell im Freien zur Verfügung steht. Im Idealfall bewirtschaftet der Betrieb nächsten Sommer den Lindenplatz. (Bild: Sebastian Wirz)

Bei der Neugestaltung der Bar soll die Street-Art-Szene miteinbezogen werden, zwei Wände sollen für Ausstellungen frei bleiben. Musikalische Abende mit Konzerten von Absolventen der Jazzschule sind geplant. Aufgrund der Grösse der Bar wird das Programm wohl auf Soloauftritte beschränkt bleiben.

Eröffnung im neuen Kleid mit offenem Konzept

Das «Con Letras» wird für alle möglichen Zielgruppen attraktiv sein. Studenten sollen in der Lernphase im Restaurant büffeln, Freelancer den WiFi-Zugang nutzen, Familien Brettspiele spielen und abends sollen junge Menschen sich auf den Ausgang «vorbereiten» können.

Nach einem eingrenzenden Konzept klingt das nicht, dafür nach viel Engagement, Enthusiasmus und Hoffnung. Weck, Greiner und Müller wollen für alle Kunden da sein und rechnen für die Eröffnung am 28. November mit einer bunt gemischten Besucherschar.

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