Anwohner verzögern Neubau für Sozialhilfeempfänger am Voltaplatz um ein weiteres Jahr

Weil Anwohner Rekurs gegen den zehnstöckigen Riegelbau eingereicht haben, kann mit dem Bau von «Volta Ost» frühestens im Frühling 2019 begonnen werden.

Der Bau, der ursprünglich für 2014 geplant gewesen war, verzögert sich um ein weiteres Jahr.

Das Projekt «Volta Ost» im St. Johann lässt weiterhin auf sich warten. Ursprünglich hatte die kantonale Liegenschaftsverwalterin Immobilien Basel-Stadt mit einem Baubeginn im Juli 2018 gerechnet. Doch Einsprachen von Anwohnern machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Nun verzögert sich das Projekt, das Wohnungen für Sozialhilfeempfänger und Studenten vorsieht, um ein Jahr. Mindestens.

«Wir planen zurzeit mit dem Beginn der Vorbereitungsarbeiten im Frühjahr 2019. Wie lange der Baustart tatsächlich hinausgezögert wird, hängt jedoch vom Verlauf des weiteren Verfahrens ab», sagt Barbara Neidhart, Sprecherin von Immobilien Basel-Stadt.

Zwar liegt seit Ende August ein Bauentscheid des Bau- und Gastgewerbeinspektorats vor. Dieser hatte sämtliche Einsprachen der Anwohnerschaft zurückgewiesen und dem Neubau grünes Licht gegeben. Gegen diesen negativen Entscheid hat ein Anwohner Rekurs angemeldet.

Von Verzögerungen geprägt

Auch Mario C. Ress, der zusammen mit seiner Frau die «Spiil-Butygg» an der Elsässerstrasse 46 betreibt, liebäugelt mit einem Rekurs. «Ich werde nun mit allen Mitteln prüfen, wie ich weiterhin Widerstand gegen dieses Projekt leisten kann», sagt er. Ress empfindet den zehnstöckigen Riegel als einen «unglaublichen Einschnitt ins Quartierbild». Nun muss die Baurekurskommission den Fall prüfen. Weist diese den Rekurs ab, kann der Entscheid vors Appellationsgericht weitergezogen werden.

Neidhart sagt: «Wir hoffen sehr, dass der Baubeginn im Frühjahr 2019 erfolgen und damit der Startschuss gegeben werden kann zur Realisierung der 96 bis 100 Quartier- und Sozialwohnungen, der 75 Plätze für studentisches Wohnen und auch für die Rückkehr der Spielgruppe St. Johann und der Familea-Kita.»

Das Projekt «Volta Ost» hatte von Anfang an einen schweren Stand. Ursprünglich war der Baubeginn für das Jahr 2014 geplant. Doch Novartis und die Industriellen Werke Basel (IWB) blockierten die Entwicklung des Areals. Nach langem Hin und Her wurde der Bau auf den Herbst 2017 terminiert, dann auf Juli 2018 verschoben. Jetzt dauert es noch einmal länger.

Konversation

  1. Ja, es ist wie so oft, man beurteilt ein Projekt, ohne es in der Tiefe verstanden zu haben. Die Neubauten beim Voltaplatz ziehen ein zahlungskräftigeres Klientel an, als die bisher in diesem Quartier ansässigen Einwohner. Das rief die Kritiker auf den Plan, die eine Verdrängung gerade dieser Einwohner aus dem Quartier befürchteten. Nun kommt ein Projekt, das genau diesem Umstand Rechnung trägt, was Stänkerer auf den Plan ruft. Übrigens sind im Volta-Ost über 100 bezahlbare Wohnungen geplant, von denen weniger als die Hälfte von der Sozialhilfe gemietet werden. Also werden mehr als 50 Wohnungen zur freien Verfügung gestellt, wohl verstanden: bezahlbare Wohnungen! Ausserdem beinhaltet Volta-Ost noch eine Reihe weiterer und attraktiver Möglichkeiten, aber dazu sollte man sich besser informieren. Das Glas ist halb voll, nich halb oder! Das Projekt kann voll dazu beitragen, dass die bunte Vielfalt in diesem Quartier erhalten bleiben kann!

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  2. Ich habe noch nicht ganz kapiert, gegen was sich die Einsprachen richten:
    – Gegen das Gebäude aus architektonisch-technischen Gründen?
    – oder eher gegen den späteren Inhalt dieser Gebäude?

    Wäre es ein Unterschied, wenn dort später ein Altersheim, ein Bürogebäude, eine Wohnvilla für Expats, eine Asylunterkunft oder eine Gemäldegalerie eingerichtet würde?

    Danke Empfehlen (2 ) Antworten
  3. Hier betreiben wieder einmal ein paar selbsternannte Verhinderer Lokalpolitik auf persönlichem Niveau. Dieses ganze Schmierentheater erinnert mich irgendwie an die Verhinderer des Pseudovereins aus dem Kleinbasel die damals gegen das Basel Tattoo polemisierten.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  4. Was sind das für Bünzlis. Die Chance auf neues Leben im Quartier, kultureller Austausch und gleiche Chancen für Alle – und dann das!

    Danke Empfehlen (5 ) Antworten
  5. Besser als eine solche Massierung von Menschen ohne genug Geld wäre es die Immobilienbauer zu verpflichten, eine gewisse Anzahl von Wohnungen mit minimalen, aber genügendem, Ausbaustandard zur Verfügung zu stellen.
    Das was hier gemacht werden will, bietet eine grosse Gefahr der Gettoisierung.
    War selbst mal mit 2 Kindern Sozialhilfebezügerin. Also ich weiss wovon ich rede.

    Danke Empfehlen (3 ) Antworten
    1. Aber möglicherweise wollen die reklamierenden Anwohner alles andere lieber als Sozialhilfeempfänger oder andere Armutsbetroffene in ihrer eigenen Liegenschaft.

      Danke Empfehlen (3 ) Antworten
    2. und jetzt? sind sie RICH, wohl kaum.
      Denn als Immobilienbauerin wären sie First Class.
      Ich habe Freunde in den Nederlanden.
      Dort werden Siedlungen gebaut für den Herrn Professor
      und Sozialempfänger..eine super Sache.
      Kein Getto!

      Danke Empfehlen (1 ) Antworten
  6. Wenn sie wieder Stelle haben dürfen sie raus. Besser günstigen Wohnraum schaffen und den Armen vermieten. Besser die Leute vom Hirtenweg dort rein und dann dort die Feuchthäuser abreissen/ersetzen statt Mietzuschuss aus Bern kassieren.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    1. Kenne Fall von armer CH-Familie-Mann betreut Frau- welche herumgeschubst wurden. Sollten aus Asylantenwohnung wieder raus. Gericht hat dem einen Riegel vorgeschoben. Erst wenn sie Ersatz anbieten können. Sah später öffentliches Wohnungsangebot für denselben Wohnungen!

      Danke Empfehlen (1 ) Antworten
  7. Ist die Wasserstrasse vielleicht doch nicht so sozial?
    Bisher hat sie ja nur zerstört und kosten verursacht nun kommt noch das behindern…
    Hauptsache man zahlt selber keine steuern und profitiert von prämienverbillugungen und versprayt nachts die häuser der anderen.
    Und wenn dann mal jemand anderes auf einen sozialen Bau angewiesen ist, schaut man wieder nur auf sich selber…

    Danke Empfehlen (4 ) Antworten
    1. Das ist ja nichts Neues. Ich war immer der Meinung, dass auch diese Kreise zur Nabelschau und sich selber feiern/zelebrieren neigen aber dies aus egozentrischen Gründen und nicht aus sozialen Gründen. Getreu nach dem Motto: Sozial ist, was mir am Meisten nützt.

      Danke Empfehlen (2 ) Antworten
Alle Kommentare anzeigen (12)

Nächster Artikel