Anwohner wollen Kinderspital-Parkhaus mit einer Petition verhindern

Das Komitee «Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park» hat eine Petition gegen den Bau lanciert. Im Petitionstext wird scharfe Kritik laut gegen das Vorgehen des Universitäts-Kinderspitals beider Basel. Das UKBB weist die Vorwürfe zurück.

Grün statt grau: Anwohner wehren sich mit einer Petition gegen das geplante UKBB-Parking.

Jetzt haben die Anwohner genug: Das Komitee «Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park» will mit einer gleichnamigen Petition den Bau eines dreistöckigen Parkings im St. Johann verhindern. Dies teilte das Komitee am Dienstag mit – vier Tage nach einer Anwohner-Information von Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) und Baudepartement. Das unterirdische Parkhaus soll primär für das UKBB errichtet werden.

«Die Parkplatzsituation funktioniert seit dem Einzug in den Neubau des UKBB nicht», schreibt die Medienstelle des UKBB auf Anfrage. Im Jahr 2017 verzeichnete man 62’500 ambulante Fälle sowie 35’300 Notfälle. Die 80 im City-Parking reservierten Plätze sowie die acht Notfall-Parkplätze reichten dafür schlicht nicht aus. Seit 2016 wird das Parking unter dem Tschudi-Park vom Regierungsrat diskutiert. Am 19. September wurde erstmals die Quartierbevölkerung offiziell darüber informiert.

Das UKBB bleibt hart

Das Komitee moniert nun in seiner Petition, dass ein Parking-Bedarf weder vom UKBB noch vom Baudepartement «schlüssig nachgewiesen» werden konnte. Zudem erwecke der Plan den Anschein, als habe man «einfach den bequemsten Weg» gewählt. Auf die Anwohner sowie auf die Schülerinnen und Schüler des benachbarten St.-Johann-Schulhauses sei keine Rücksicht genommen worden. Dabei leide man schon seit Jahren unter der Baustelle auf dem Campus «Schällemätteli». Das Komitee kritisiert folglich:

«Obwohl ihre Belange sowohl vom Bau als auch vom Betrieb eines neuen Parkhauses besonders betroffen sind, hatte man es nicht für nötig gehalten, die Quartierbevölkerung in angemessener Weise in die Planung einzubeziehen.»

Das Spital sieht sich nicht in der Bringschuld: «Das UKBB hat keine solche Verpflichtung. Das UKBB plant zudem, das Parking für Quartierbewohnende zu öffnen», schreibt die Medienstelle. Weiter habe man sich sehr wohl um Alternativen bemüht. Und zwar «intensiv» und das schon vor dem Einzug 2011 in den Neubau, schreibt Mediensprecher Valentin Kressler: «Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Hochbauamts hat 2008 ergeben, dass das Parking beim Tschudi-Park möglich ist. Und das UKBB möchte diese Möglichkeit nun gerne ergreifen.» Die jetzige Parkiersituation sei der grösste Kritikpunkt von Besucherinnen und Besuchern des UKBB.

Im November 2018 beginnt die öffentliche Planauflage des Parkhauses. Die Unterschriftensammlung für die Petition «Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park» läuft bis zum 31. Oktober 2018.

Konversation

  1. Basel. Meine Heimatstadt. Die Stadt der selbsternannten Verhinderer. Ich wohne in der Grossbasler Altstadt. Brauche und möchte kein Auto. Fahre aber beruflich regelmässig in die Innenstadt, oft mit gehbehinderten Patienten. Das heutige City Parking war ursprünglich als zentrales Parkhaus mit einer grossen Zivilschutzanlage konzipiert. Das Parkhaus ist regelmässig voll besetzt. Als Basler kenn ich die Ausgänge, als Auswärtiger ist das schlecht beschriftet und kompliziert. Es gibt keinen direkten Zugang zum Universitätsspital (sowohl K1 als auch K2). Nun werden auch die für den Zivilschutz gesperrten Zonen für Parkplätze aufgehoben. Wir brauchen das Parkhaus unter dem Tschudi-Park dringend. Das Ganze nun auf „Krippenplätze statt Parkplätze“ zu reduzieren ist nicht nur simplistisch, sondern ganz einfach peinlich provinziell. Das Tschudi-Parkhaus zu verzögern oder gar zu verhindern zeugt nicht von grosser Weitsicht und/oder Sachverstand.

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    1. Das Cityparking wird ja um 200 Parkplätze erweitert. Und ich gebe Ihnen recht: die Signalisation ist nicht gut.

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  2. 2008, im Jahr der Grundsteinlegung des UKBBs war klar, dass die Nachbarsparzelle (der Tschudi-Park) der ideale Ort für die Parkplätze des UKBBs ist? PS: Der Wettbewerb Biozentrum war 2010, weitere Wettbewerbe folgten.

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  3. Das Cityparking wird im nächsten Jahr um 200 Parkplätze erweitert. Da sollte doch auch was für das UKBB drin liegen.

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  4. War ja zu Erwarten.
    Das Uni Parkhaus ist dauer voll.
    Bei der Planung gingen einfach die Besucher vergessen
    und die kommen nun mal mit dem Auto.

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    1. der erste Satz ist korrekt, der Rest leider nicht:
      – das City Parking (ich nehme an, das ist mit „Uni Parkhaus“ gemeint?), ist selten voll (siehe http://www.parkleitsystem-basel.ch/status.php leider ihm moment offline)
      – die Parkplätze bzw das Parkhaus ging nicht vergessen – einer der beiden bauenden Partner hat aus Kostengründen sehr bewusst beim Bau des UKBB darauf verzichtet, um dann postwendend die unzulängliche Situation zu bemängeln (sowas nennt man doch selbstverschuldet, oder?)
      – die Besucher eines mit ÖV bestens erschlossenen Zentrumsspital kommen hoffentlich in der Mehrheit nicht mit dem Auto. Bei Patiententransport kann ich ein gewisses Verständnis für die 4 eigenen Räder aufbringen, bei Besuchen absolut nicht.

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    2. Ach, Kinderbesuche sind keine Wallfahrten. Man hat über Mittag kurz Zeit, dann muss man wieder zur Arbeit. Auch Mama hat daheim vielleicht noch zwei andere Nachwüchslinge und die bessere Hälfte zu bekochen.

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    3. Vielleicht ist die Wohnung ja so teuer, dass sie auch arbeiten geht. Dann hat sie noch weniger Zeit.

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    4. „…die bessere Hälfte zu bekochen“…oje,ohne Worte.
      Auch wenn wir uns wiederholen: Es hat ja Parkplätze!

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