Er wagt es: Beat Jans tritt definitiv gegen Eva Herzog für den Ständerat an

In der Basler SP kommt es im Hinblick auf die Ständeratswahlen im Herbst 2019 zu einem Showdown: Nationalrat Beat Jans wird Finanzdirektorin Eva Herzog herausfordern. 

Will für Anita Fetz in den Ständerat: Beat Jans, Wortführer des linken Parteiflügels der Basler SP.

Lange hat Beat Jans (SP) gezögert und überlegt, nun lässt er die Katze aus dem Sack: Der seit 2010 amtierende Nationalrat will Nachfolger von Ständerätin Anita Fetz werden. Dies bestätigt Jans gegenüber der TagesWoche. «Ja, ich werde mich definitiv parteiintern für den Ständeratssitz bewerben. Ich glaube, dass ich das Amt gut ausfüllen könnte», sagt er. Er spüre grossen Rückhalt in der Partei für eine Kandidatur.

Jans liebäugelt schon seit einiger Zeit mit der Kandidatur. Der Machtkampf mit Finanzdirektorin Eva Herzog, die seit Jahren als Nachfolgerin von Fetz gesetzt schien, liess jedoch Zweifel bei ihm aufkommen. Jans wagt es nun trotzdem und meint optimistisch: «Wir haben zusammen geredet und ich glaube, wir werden das gut über die Bühne bringen. Am Schluss wird die Partei entscheiden – und bis in einem Jahr kann noch viel passieren.»

Brisantes Duell

SP-Präsident Pascal Pfister steht damit vor keiner leichten Aufgabe. Er muss den Kampf zwischen den beiden Parteischwergewichten so moderieren, dass kein Schaden für die SP entsteht. Auf Anfrage erklärt Pfister: «Ich finde es immer gut, wenn sich mehrere Kandidaten für ein Amt bewerben.» Die Nomination durch die Delegierten findet im Frühjahr 2019 statt.

Das Duell um die Kandidatur birgt eine gewisse Dramatik. Während Jans lange auch als möglicher Regierungskandidat für die SP gehandelt wurde, bedeutet der Ständerat für Eva Herzog die einzige realistische Fortsetzung ihrer Politkarriere. Jans gilt als Liebling des linken Parteiflügels, Herzog als Star des liberalen, wirtschaftsnahen Flügels. Bei der Diskussion um die Unternehmenssteuerreform III gerieten beide Politiker heftig aneinander.

Pfister, auf die Brisanz angesprochen, erklärt: «Wir sind eine grosse Partei, wir müssen das aushalten können.»

https://tageswoche.ch/politik/wie-ein-streitgespraech-zwischen-eva-herzog-und-beat-jans-eskalierte/

Konversation

  1. Im Stöckli hat’s schon genug Wirtschaftsversteher, da wäre Jans eine echte Bereicherung.

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  2. Permanent Wahlkampf. Die Wahlen finden in mehr als anderthalb Jahren statt. Vor lauter ‘Kandidaten’ wird bloß ueber Kandidaten personalisiert und Politik damit quasi ausgeschaltet. Schablonengeterr mit ideologisierter Leere.

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  3. 35% der Bevölkerung sind Akademiker, aber wie es scheint, werden die 65% Nichtakademiker wieder einmal keinen nichtakademischen Kandidat zur Auswahl bekommen. Die Demokratie ist tot. Es lebe der Rechtspopulismus!

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  4. Ein Luxus Problem für die Partei. Ich wünschte mir aber eigentlich eine weibliche Gegenkandidatin, damit die Auseinandersetzung wirklich auf Basis der Inhalte und nicht teilweise entlang festgefahrener Prinzipien erfolgen kann.

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    1. Daher am besten ein Wahlkampf „Herzog vs. von Falkenstein“. Das wäre ein wirklich faktenbasierter Wahlkampf, fern der Frage „Mann oder Frau?“.

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    2. „…eine weibliche Gegenkandidatin, damit die Auseinandersetzung wirklich auf Basis der Inhalte und nicht teilweise entlang festgefahrener Prinzipien erfolgen kann…“

      Haargenau so ist es! Die einzigen noch verbliebenen Inhalte bei den Spezial- äh, nein, bei den Sozialdemokraten sind die biologischen Geschlechter und Geschlechterinnen…

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    3. Ich meinte eigentlich innerhalb der Partei – es gäbe ja doch auch noch andere verdiente Frauen da, die allenfalls eine Richtungswahl bei der Nominierung ermöglichen würden.

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  5. Und wieso soll der SP ein Schaden entstehen, wenn für die Nachfolge für ein so wichtiges Amt nicht im Hinterzimmer eine Einerkandidatur zusammengemauschelt wird sondern die Parteibasis in einem echten Auswahlverfahren den Kandidaten oder die Kandidatin bestimmen kann? Trifft nicht eher das Gegenteil zu? Manchmal kann ich über das Demokratieverständnis von manchen Leuten nur den Kopf schütteln.

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