Zum Apotheker statt zum Arzt – die neue Grundversorgung

Die Schweizer Gesundheitsversorgung hat ein Problem. In den Städten gibt es zu viel davon, auf dem Land zu wenig. Die Situation verschärft sich, Ärzte und Apotheker müssen ihre Zusammenarbeit nach Vorgaben des Bundes neu definieren. Der Konsument darf sich freuen.

Früher gab es unter diesem Zeichen Medikamente, heute auch Impfungen und schon im nächsten Jahr werden auch Rezepte ausgestellt.

(Bild: GettyImages/Sofia Moro)

Die Schweizer Gesundheitsversorgung hat ein Problem. In den Städten gibt es zu viel davon, auf dem Land zu wenig. Die Situation verschärft sich, Ärzte und Apotheker müssen ihre Zusammenarbeit nach Vorgaben des Bundes neu definieren. Der Konsument darf sich freuen.

Waren Sie in letzter Zeit beim Arzt? Sassen Sie wegen «etwas Kleinem» eine gefühlte Ewigkeit im Wartezimmer? Und gingen sie nach der Konsultation leicht benommen in die Apotheke, wo Sie nochmals mit Informationen geflutet wurden, bevor sie endlich mit dem bisschen Medikament nach Hause oder zurück ins Büro konnten? Vielleicht gab Ihnen der Arzt auch gleich ein paar Pillen mit, denn je nach Kanton darf er das, um daran auch etwas zu verdienen. 

So will es das Gesetz. Besser gesagt: So wollte es das Gesetz. Denn seit Anfang Jahr ist eine erste Gesetzesänderung in Kraft, die den Anfang einer Umwälzung in der nationalen Gesundheitsversorgung markiert. Mit dem ersten Teil der Teilrevision des Medizinalberufegesetzes dürfen Sie sich als Patient zum Beispiel direkt in den Apotheken impfen lassen.

Und weil der neue Apotheker auch über grundlegende Kenntnisse zu häufig auftretenden Gesundheitsstörungen und Krankheiten verfügen muss, darf er Sie in Zukunft beraten, ob der Gang zum Arzt überhaupt angezeigt ist oder ob nicht einfach ein Pülverchen oder eine Kapsel helfen könnte, das Problem zu lösen. Er darf dann auch Verschreibungspflichtiges selbst abgeben. Ohne separates Rezept vom Arzt.

Gesundheitsversorgung – das wird neu: hier entlang zur Übersicht.

Damit sehen sich die Schweizer Medizinal- und Gesundheitsberufe einer tiefgreifenden Veränderung ausgesetzt. Diese betrifft nicht nur das Zusammenspiel von Ärzteschaft und Apotheken, sie betrifft auch die Pflegeberufe, die Heime, die Spitex und alle andern, die in weissen Kitteln oder Schürzen der Förderung und dem Erhalt der Schweizer Volksgesundheit dienen. Das Ganze ist Teil der bundesrätlichen Strategie «Gesundheit 2020».

Pro Jahr fehlen immer noch Hunderte junger Hausärzte

Einen wesentlichen Impuls für die Neuordnung der Grundversorgung liefert der Nachwuchsmangel bei der Ärzteschaft in diesem Bereich. Den beklagt nicht nur die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH). Auch der Bund stellt fest: «In den letzten Jahren wurden in der Schweiz gemessen am Bedarf, der zur Sicherung der Gesundheitsversorgung nötig ist, zu wenige Ärztinnen und Ärzte ausgebildet.» So lautet die Botschaft, zuletzt im Februar 2016, in einem gemeinsamen Bericht des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) und des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).

Das betrifft nicht nur den Hausärztemangel, sondern das gesamte Spektrum der Arztberufe. Nach Angaben des Verbandes FMH haben im Jahr 2015 insgesamt 863 Studierende das Medizinstudium abgeschlossen. Nötig wären für eine ausreichende Versorgung gemäss Bundesrat aber 1300 Masterabschlüsse pro Jahr. Die «Tagesschau» von SRF berichtete im April, dass bereits heute 2000 Hausärzte fehlen; in fünf Jahren sollen es bis zu 5000 sein.

Klar ist: Die Ärzte können die medizinische Grundversorgung nicht mehr allein gewährleisten. Die Gesellschaft wächst und sie altert. Auftritt Apotheker: Die Frauen und Männer der Pharmakologie sollen aus dem Schatten des Medikamentenverkaufs treten und eine weitaus aktivere Rolle in der Grundversorgung wahrnehmen.

Das Stichwort heisst «Interprofessionalität» – und das ist gleichzeitig ein Reizwort. Denn es bringt jahrzehntealte Traditionen und Besitzstände ins Wanken, von der sogenannten Selbstdispensation, dank der ein Arzt selbst Medikamente verkaufen darf – und damit auch einen Zusatzverdienst einstreicht – bis hin zur medizinischen Erstabklärung, die traditionell klar bei der Ärzteschaft angesiedelt ist.

Wir sitzen nicht mehr im überfüllten Wartezimmer beim Arzt, sondern gehen in die Apotheke, wenn wir Zeit haben.

Stellen wir uns also vor: Wir bemühen uns nicht mehr um einen Termin beim Arzt, wir sitzen auch nicht mehr im überfüllten Wartezimmer, sondern wir gehen in die Apotheke, wenn wir Zeit haben, und können unsere kleine Befindlichkeitsstörung gleich vor Ort mit dem passenden Medikament behandeln lassen. Vielleicht sogar mit einem verschreibungspflichtigen Medikament, das wir derzeit nur über den Arzt erhalten.

«Beim Impfen ist das heute schon so», sagt Fabian Vaucher, Präsident des Apothekerdachverbandes Pharmasuisse. «Wir sehen in der Praxis, dass es sehr viele Leute gibt, die eine Impfung oder eine Auffrischung der Impfung brauchen, aber keinen Hausarzt mehr haben.»

Der Berufsverband arbeitet derzeit nach innen und nach aussen für das Modell der Interprofessionalität. Über diese Verbundlösung der Medizinalberufe soll die Last der nationalen Grundversorgung auf mehrere Dienstleister im Gesundheitswesen verteilt werden. Aber bis allein die Apotheken ihren Teil umsetzen können, dauert es.

Vaucher erwartet die ersten neuen Apothekerinnen und Apotheker mit der entsprechend angepassten Ausbildung erst per Ende 2019 auf dem Arbeitsmarkt. In der Zwischenzeit werden die älteren Semester über die Weiter- und Fortbildungspflicht mit Zusatzwissen nachgerüstet.

Angst vor Kompetenzgerangel

Die Neuverteilung von Kompetenzen weckt Ängste vor Besitzstandsverlusten, und das aus guten Gründen. Vaucher: «Natürlich überlegen auch wir Apotheker, ob wir in unserem Fall künftig noch die grossen Experten in der Pharmakologie sind oder ob wir das Medikamenten-Know-how mit anderen Berufen wie zum Beispiel der Pflege teilen müssen.»

Das dürfe einer neuen Gesundheitsversorgung aber nicht im Wege stehen: «Wir brauchen ganz klar ein neues System, das den regionalen Strukturen Rechnung trägt», sagt Vaucher. Die Überversorgung im städtischen Raum und die Unterversorgung in Landgebieten sei eine Tatsache: «Das schaffen wir nur gemeinsam.»

Für den Konsumenten und Patienten heisst das im besten Fall: mehr Transparenz, eine höhere Versorgungsqualität, Chancengleichheit zwischen den über- und unterversorgten Regionen und am Schluss mehr Lebensqualität – zumindest wenn die Strategie des Bundes aufgeht.

Der Ärzteverband FMH zieht mit: «Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen wie Apothekern oder Pflegenden gilt es weiter zu fördern», sagt Präsident Jürg Schlup. Die Ärzte behalten sich aber klar vor: «Aus Gründen der Patientensicherheit muss die Diagnosestellung und die Behandlungsführung in ärztlicher Hand sein und bleiben.»

Aus Sicht des Apothekers Vaucher muss vor allem das «Kompetenzgerangel» zwischen den Berufsständen geklärt werden. Da der Bund zwar über das Medizinalberufegesetz Vorgaben macht, die Kantone aber in der Umsetzungspflicht stehen, seien die Fortschritte regional höchst unterschiedlich. Einige Kantone tun sich nach wie vor schwer damit, unter anderem Basel-Stadt, wo die Regierung vorerst eine Übereinkunft der beiden Berufsverbände fordert.

Einfacher an rezeptpflichtige Medikamente

Dass die Berufsstände mit einem neuen System zu kämpfen haben, klingt auch bei FMH-Präsident Schlup an: «Wir pflegen einen offenen Dialog mit den Apothekern sowie den weiteren Gesundheitsakteuren. Klar sind die Ansichten manchmal unterschiedlich – aber letztlich können wir nur gemeinsam eine optimale Versorgung der Patienten erreichen.»

Nach der Anpassung des Medizinalberufegesetzes steht in den nächsten zwei Jahren der nächste Meilenstein an: Bis dann tritt das revidierte Heilmittelgesetz in Kraft. Damit gehen für die Apotheker weitere Türen auf. So regelt der Bund unter anderem den vereinfachten Umgang mit Komplementärmedizin und den verstärkten Einsatz von hochspezialisierten und spezifischen Medikamenten, wie sie etwa zur Therapie von Hepatitis C eingesetzt werden.

Ab Inkrafttreten darf dann der Apotheker auch gewisse verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliches Rezept abgeben. Womit der Dienstleistungsgesellschaft insofern Rechnung getragen wird, als der gestresste und ohnehin schon informationsüberreizte Patient mit seiner Befindlichkeitsstörung zu seiner Linderung kommt, wann er es will. Und nicht dann, wenn es der Terminkalender des Hausarztes erlaubt.


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«Es braucht die Apotheke als niederschwellige Anlaufstelle» – Christoph Meier, Chef-Pharmazeut der Uni Basel über die Neuerungen in der Gesundheitsversorgung.

Wann gehe ich denn nun zum Arzt? Ein Kommentar zu Zukunft der Grundversorgung.

Vorteile für die Prämienzahler
Der Schweizer Verband der Krankenversicherer Santésuisse begrüsst die neuen Aufgabenbereiche der Apotheker in der Grundversorgung: «Die Apothekerschaft kann durchaus eine grössere Rolle wahrnehmen», sagt Verbandssprecher Christophe Kaempf. Die öffentlich zugängliche und meist gut erreichbare Apotheke könne die Ärzteschaft in ihrer Rolle als «Gatekeeper des Gesundheitssystems» in kleinen Bereichen entlasten. Das habe aus Sicht der Krankenkassen Vorteile auf der Kostenseite: Eine Grippeimpfung in der Apotheke zum Beispiel kostet um die 30 Franken, das sei einiges günstiger als beim Arzt und vor allem für Patienten mit hoher Franchise interessant, sagt Kaempf. Wenn dadurch die Durchimpfungsrate der Bevölkerung steige, sei das auch im Sinne der Versicherer. 
Vonseiten der Kostenträger wünscht sich Santésuisse, dass durch den Systemwechsel die Leistungserbringung optimiert werde, die Chancen auf Therapieerfolge steigen und damit die Behandlungen insgesamt auch günstiger werden. Im Jahr 2014 machte der Anteil der Apotheken an den Kosten zulasten der obligatorischen Krankenversicherung 3,3 Milliarden Franken aus, das sind zwölf Prozent der insgesamt 28,7 Milliarden Franken.

Konversation

  1. Es sind wohl gerade eher die Apothekerinnen und Apotheker, die mit dem Einsatz von Medikamenten sehr viel zurückhaltender sind, weil sie erstens die Risiken von Arzneimitteln sehr genau kennen und in der Weiterbildung die Guidelines lernen, in denen die Wirksamkeit von medikamentösen Therapien sehr kritisch beurteilt wird.

    Ein sehr gutes Beispiel für die interdisziplinäre Arbeit sind die Qualitätszirkel Arzt-Apotheker in der Westschweiz, in denen die Ärzte regelmässig über aktuelle Erkenntnisse und Richtlinien orientiert werden. Dadurch verschreiben die Ärzte erwiesenermassen weniger und günstigere Medikamente als solche, die nicht an solchen Zirkeln teilnehmen.

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  2. Einen wichtigen Aspekt, wieso die Neudefinierung der Kompetenzen wichtig ist, hab ich noch vergessen: In Zukunft werden eher mehr als weniger neue Medikamente nur noch per Spritze verabreichbar sein. Schon heute kommen neuste Diabetesmedikamente heraus, die man sich 1x wöchentlich spritzen muss.

    Und da kommt die Apotheke ins Spiel, welche diese Verabreichung durch geschulte Apothekerinnen, anbieten kann. Dies zum günstigeren Tarif, als wenn man einen Arzttermin abmachen muss. Und der Hausarzt ist sicherlich froh, wenn er nicht noch zusätzlich diese Patienten zusätzlich auch noch hat. Vor allem der überlastete Landarzt.

    Die Medikamente & Therapien sowie ihre Anforderungen verändern sich. Und dementsprechend ist es richtig, dass sich die Berufsbilder auch daran anpassen und ergänzen.

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  3. @cesna

    das klingt überzeugend!
    «luxuriöse rundumpflege Ihres individuellen mensch-maschine-systems – bei uns bleiben Sie während der behandlung stets am steuer – mobil im auto»
    mfkplus

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  4. @ Chröttli:
    Der ideale Ersatz für den Hausarzt wäre wohl der Garagist:
    – Kennt sich mit vielen verschiedenen Flüssigkeiten aus,
    – Beherrscht auch elektrische Dinge
    – Auch in Sachen Lüftung, Vergasung Spezialist
    – Spezialist für alle Arten der Fortbewegung, inklusive luftgepolsterte Sohlen
    – Bringt auch die Modebewussten wieder auf Hochglanz, inklusive Ausbügeln kleinerer Hagelschäden und Warzen.
    – Garantierter Check zweimal jährlich
    – Der Zusammenschluss von MFK und Krankenkasse ermöglicht auch eine kostenoptimierte Behandlung (bis zur Verschredderung).

    Wozu braucht es dann noch einen Arzt?

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  5. @ Georg
    Ihre Ausführungen überzeugen mich. Ich erlebe in Spanien – anders als zum Beispiel in Deutschland, also in Berlin – kompetente Apotheker(innen), welche die Beratung sehr ernst nehmen und welche auch selber Rezepte für sehr viele gesundheitliche Lästigkeiten verschreiben. Offensichtlich macht man nun in der Schweiz in diese Richtung eine Öffnung, Und die ist schon lange überfällig.

    Ihre Bemerkungen zu gewissen Pharmariesen in Gottes respektive- endlich – in den Ohren von FDP, SVP, GLP und teilweise CVP im National- und Ständerat: Die verhindern seit Jahren eine Öffnung schweizerischer Apotheketzuliefranten für Parallelimporte.

    Als Illustration über Schweizer Preise: Ich bin seit vier Jahren krebskrank. Meine Erkrankung wird zur Zeit mit einer Chemotherapie hier in Barcelona behandelt.. Allein schon der Unterschied einzelner Medikamente zwischen Deutschland (wo ich bis vor einem Jahr gelebt habe und vor 4 Jahren eine erste Chemotherapie der gleichen Zusammensetzung wie heute gehabt habe) und Spanien ist schon ausserodentlich auffällig. Was aber den Unterscheid bei gleichen Medikamtmarken zwischen der
    Schweiz (wo ich wegen einer Behandlung im Universitätsspital Zürich im letzten Halbjahr Medikamente sowie eine Art Budget für die Kosten der Chemotherapie bezogen habe) und Spanien ist, da bin ich ganz sicher, durch nichts, aber auch gar nichts begründet. Der Unterscheid liegt preislich zwischen 50 bis 65 % (höher in der Schweiz).
    Ich verstehe Ihre diesbezüglichen Ausführungen sehr gut. Gerade auch, weil den Apothekern immer wieder fälschlicherweise unterstellt wird, sie seien quasi Lakaien der Pharmaindustrie.

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  6. Die hiesigen Fleischpreise wären viel überzeugender, wenn man Schweizer Fleisch nur noch in der Apotheke bekommen könnte.
    Daran hat Santesuisse bisher nicht gedacht.

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  7. Es ist schon falsch, Ärzte und Apoitheker als Gegensätze zu sehen. Sie bilden zusammen ein Team, bei welchem die Gesundheit des Patienten im Vordergrund steht.

    Apotheker und Ärzte sind gleichberechtigte Medizinalpersonen auf Augenhöhe. Beide müssen ein mehrjähriges Vollstudium an einer Universität oder ETH absolvieren mit Staatsexamen.

    Es macht Sinn, wenn die chronisch überlasteten Hausärzte entlastet werden, in dem die erste Triage vor allem in der Apotheke erfolgt.
    @Kurz wollen sie für dieses Vorgehen belohnt werden, es gibt eine grosse Schweizer Krankenversicherung, welche genau dieses Modell anbietet und Ihnen dafür etwa 20% Rabbat auf die Grundversicherungsprämie gibt!

    In der Apotheke werden gezielt und effizient Bagatellfälle, welche man gut mit dem medizinischen Wissen der Apotheker/innen behandeln kann von solchen, welche zum Arzt gehören schon einmal tragieren.
    Dies bringt dem Arzt eine gewisse Entlastung, da er sich nicht um jeden Schnupfen kümmern muss. Und für den Patienten ist es allemal günstiger sein Hustenmittel, Nasenspray und Kopfschmerzmittel nach dem erfolgten Beratungsgespräch direkt auswählen zu können, statt zum Arzt zu rennen und dort für massiv mehr Geld (Tarmed-Abrechnung) das Selbe zu erhalten.
    Das Selbe bei der Grippeimpfung: Für den Patienten entsteht eine unkomplizierte, niederschwellige Gelegenheit, sich impfen zu lassen und dies erst noch in der Endabrechnung günstiger, als beim Arzt. Die Ausbildung dazu ist vom BAG und von Fachärzten zertifiziert und entwickelt worden. Sie ist gleich seriös wie diejenige für Ärzte und MPA, sowie Pflegenden.

    Dass man hier Apotheker als von der Pharmaindustrie gekauft bezeichnet, ist eine bodenlose Frechheit. Ich hab in all meinen Jahren nie, aber auch nie eine/n Apotheker/in erlebt, welche seine Empfehlungen und Einschätzungen aufgrund der Pharmaindustrie machte. Wir beraten mit bestem Wissen und Gewissen unsere Patienten.
    Wir sorgen auch dafür, dass bei notorischen „Originalverschreiber“ wir die Patienten konsequent auf das Generikum aufmerksam machen und umstellen (Ausgenommen natürlich diejenigen Medikamenten, bei denen eine Umstellung gefährlich sein kann wie z.B. bei Antiepileptika).

    Auch gerade wir in den Apotheken sind gewissen Praktiken der Pharmaindustrie machtlos ausgesetzt und verstehen diese auch schlicht nicht:
    Gerade Bayer und ihre Antibabypillen. Was die da betreibe und abziehen ist eine Frechheit und Abzockerei. Das selbe Präparat, aus der selben Fabrik in DE aber lediglich mit einem anderen Namen, kostet und im Einkauf mehr als das Doppelte wie in DE im Verkauf. Und der Parallelimport ist uns verboten. Da schäumt auch bei uns die Galle, weil das sind unerklärbare Abzockerpreisunterschiede.

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    1. @ Georg:
      Man realisiert so ganz langsam, dass es sich hier um eine staatlich organisierte Misere handelt, die durch Dummheit oder vielleicht sogar gezielt herbeigeführt wurde.
      Die hohen Preise haben vermutlich Kartellcharakter, womit sich die Schweiz irgendwo neben Nordkorea wiederfindet: In sich gekehrt, abgeschlossen und gegen aussen keinen guten Eindruck hinterlassend.

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    2. Die Frage ist auch, inwiefern man für Medikamente, welche von der EMA zugelassen sind, man nicht eine vereinfachte, massiv günstigere Registrierung anbieten kann durch die Swissmedic.

      Weil Regulatorien wie Packungsbeilagen in allen 3 Landessprachen, sind meistens wohl copy&paste, da ja oftmals die Tabletten in I, D und F auch vertrieben werden…

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