Das Selbstvertrauen ist wieder da

Gegen keine Mannschaft hat Fabian Frei öfters gespielt als gegen den FC Luzern. Gut möglich, dass der Mittelfeldspieler auch am Sonntag (16 Uhr) in der Swissporarena zum Einsatz kommt – nach seiner feinen Leistung in Manchester, von der sich Trainer Raphael Wicky erhofft, dass «die Mannschaft noch näher zusammenrückt».

Fabian Frei beim Kopfball im Vorbereitungsspiel gegen den FC Luzern. Von 29 Wettbewerbsspielen hat der Mittelfeldspieler 16 gewonnen.

Am Mittwoch feierte Fabian Frei ein kleines Jubiläum. Zum 25. Mal lief er in der Champions League auf, fast zehn Jahre nach seinem ersten Einsatz. Damals, im letzten Gruppenspiel gegen Sporting Lissabon, stand er in der Startformation. Als Stürmer neben Marco Streller, der inzwischen sein Chef ist beim FC Basel.

Dass er bei seiner Premiere Stürmer war und jetzt, beim 2:1-Sieg gegen Manchester City als Innenverteidiger agierte, ist nicht der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Partien. Der andere ist: Basel spielte damals mit einem Punkt aus sechs Partien die schwächste Champions-League-Saison seiner Geschichte, heuer mit fünf Siegen in acht Spielen die beste. Oder anders gesagt: Fabian Frei hat einiges erlebt mit dem FC Basel, er weiss sogar, wie sich ausbleibender Erfolg in der heimischen Liga anfühlt.

Frei war dabei, als der FC Basel in der Saison 2008/09 zum letzten Mal nicht Schweizer Meister wurde. Nachdem der damals 19-Jährige in der Vorrunde immer mal wieder in der U21 zum Einsatz gekommen war, mauserte er sich in der Rückrunde von Christian Gross’ letzter Saison als FCB-Trainer zum Stammspieler. Es war Freis Geburtssaison als zentraler Mittelfeldspieler mit offensiver Schaffenskraft.

Seoane hat den FC Luzern stabilisiert

Von den zehn Scorerpunkten von damals ist Frei weit entfernt, schliesslich setzte Raphael Wicky in der Super League erst zweimal auf den Ostschweizer. «So habe ich mir das natürlich nicht vorgestellt. Ich dachte vielleicht, dass es nach einem schlechten Spiel ein zweites und ein drittes braucht, bis ich nicht mehr zum Einsatz komme», sagt Frei.

Beim Sieg gegen Manchester City hat der 29-Jährige allerdings ein beeindruckendes Bewerbungsschreiben eingereicht und es würde wenig erstaunen, wenn er am Sonntag im Auswärtsspiel gegen den FC Luzern (16 Uhr, Swissporarena) zum zweiten Mal in der Startformation stünde.

Zweimal haben die Basler in der Vorrunde gewonnen gegen die Luzerner (3:1 und 4:1), die sich unter Trainer Markus Babbel in einer Abwärtsspirale befanden. Zum Jahresbeginn übernahm Gerardo Seoane. Der 39-Jährige lässt die Zentralschweizer nach Babbels häufigen Systemwechseln konstant in einer 4-2-3-1-Grundordnung auflaufen und hat die Mannschaft auch damit stabilisiert. Mit drei Siegen und zwei Unentschieden hat sich Luzern unter Seoane im Mittelfeld der Tabelle festgesetzt.

Basel will Seoane erstmals in seiner Trainerkarriere bezwingen, seine Niederlage gegen Sion als Interimstrainer 2013 mal ausgenommen. Angesichts des Rückstands auf Leader YB ist der Sieg für die Basler ohnehin der einzige gangbare Weg. Oder wie Fabian Frei sagt: «14 Punkte Rückstand ist schon mal eine Nummer. Wenn wir aber jedes Spiel bis zum Schluss gewinnen, dann bin ich mal gespannt.»

Freis ausgezeichnete Bilanz gegen Luzern

Ausgeschieden zwar, aber mit einem weiteren Erfolgserlebnis aus der Champions League, ist der FC Basel in den Alltag zurückgereist. Trainer Raphael Wicky sagt: «Ich hoffe, dass die ganze Mannschaft Selbstvertrauen mitnimmt. Dass sie merkt, was man erreichen kann, wenn man miteinander spielt und verteidigt, gemeinsam leidet und Probleme löst. Und an etwas glaubt. So gesehen hoffe ich, dass die ganze Sache eine Initialzündung für die kommenden zweieinhalb Monate ist.»

Wicky hat bei seiner Mannschaft in Manchester eine Leichtigkeit gesehen, eine Sicherheit am Ball, die man in den letzten Partien vermisst hatte. «Es war alles wieder da, das Team ist geschlossen aufgetreten. Ich hoffe, dass das die Mannschaft noch mehr zusammenbringt», sagt Wicky.

Der Trainer muss in Luzern auf Eder Balanta verzichten. Der Kolumbianer leidet noch immer an muskulären Problemen, eine Rückkehr ist noch nicht absehbar. Zudem fehlt Taulant Xhaka gesperrt, während Valentin Stocker (präventiver Trainingsabbruch am Freitag) und Raoul Petretta (Schmerzen am Wadenbeinkopf) fraglich sind.

Fabian Frei ist derweil gesund und bereit für einen weiteren Einsatz. Wie man gegen Luzern erfolgreich ist, weiss zudem kaum einer besser als er: Gegen kein anderes Team hat Frei in seiner Karriere öfters gespielt. Und seine 16 Siege in 29 Spielen gegen den FCL toppt Frei nur noch mit 17 Siegen in 26 Spielen gegen den FC Thun.


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