Der FCB und Brigger gehen getrennte Wege – ein Ende, das niemanden überrascht

Jean-Paul Brigger beendet seine Arbeit beim FCB und ist ab sofort nicht mehr Delegierter des Verwaltungsrats der FC Basel 1893 AG. Nach weniger als einem Jahr trennen sich die Basler und der Walliser also, nachdem schon vor wenigen Wochen die Entmachtung Briggers begonnen hatte.

Weniger als ein Jahr beim FC Basel: Jean-Paul Brigger, Delegierter des Verwaltungsrats, verlässt die Rotblauen per sofort.

Am Montag hält der FC Basel seine Generalversammlung ab. Und wie schon vor einem Jahr ist kurz vor der Zusammenkunft der Vereinsmitglieder die Personalie Jean-Paul Brigger das Thema. 2017 war der Walliser sehr kurzfristig als neuer starker Mann angekündigt worden, der er im Konstrukt des neuen Präsidenten und Eigentümers Bernhard Burgener allerdings nie geworden ist.

Wenige Tage nach dem Saisonende verlässt der 60-jährige Brigger den FC Basel per sofort. «Auf eigenen Wunsch», wie der Verein schreibt. Demnach hat Brigger den Verwaltungsrat im Laufe dieser Woche über seinen Entschluss informiert. Burgener, der erst vor zwei Wochen bedeutet hatte, keine personellen Änderungen an der Generalversammlung zu planen, dankt Brigger «für seinen Einsatz für unseren FCB und seine geleisteten Dienste».

Der Zeitpunkt der Nachricht überrascht, der Inhalt jedoch kaum. Brigger war als derjenige vorgesehen gewesen, der die Strategie 2017-2020 hätte umsetzen und als Vertreter des FC Basel gegen innen und aussen wirken sollen. Er wurde allerdings zur Figur, von der niemand recht wusste, was er im FC Basel eigentlich tat und bewegte.

In den Medien fungierte die Personalie Brigger immerhin als Blitzableiter, wenn die erste Saison des FC Basel unter der neuen Führung bilanziert wurde. In einem Interview mit der TagesWoche im November hatte Brigger die Skepsis seiner Person und seiner Arbeit gegenüber beantwortet mit dem Satz: «Ich muss mich verbessern, und die Message ist klar: Ich muss liefern.»

Briggers Entmachtung hat im April begonnen

Schon an der Generalversammlung 2017 reichte das Votum eines einzigen Vereinsmitgliedes, um Stimmung gegen Brigger mit seiner Vergangenheit beim Fussball-Weltverband Fifa zu machen. Der ehemalige Nationalspieler aus dem Wallis schaffte danach die Wahl in den Vereinsvorstand nicht. «Dass mich die Mitglieder nicht in den Vorstand gewählt haben, muss ich akzeptieren», sagt Brigger damals gegenüber der TagesWoche.

In den von Burgener aufgestellten Verwaltungsrat der FC Basel 1893 AG schaffte er es beim anschliessenden Wahlgang, in die betriebliche Einheit also, die den Profifussball kontrolliert. Dort war Brigger als Vizepräsident und Delegierter des Verwaltungsrats.

Die Entmachtung Briggers hat – zumindest öffentlich – im April begonnen. Roland Heri, der bis dahin als Sportkoordinator die rechte Hand von Sportdirektor Marco Streller gewesen war, wurde zum COO ernannt, zum Operativen Leiter also. Der Entscheid war die erste gewichtige Korrektur, die Präsident Bernhard Burgener an seiner Organisationsstruktur vornahm, und sie stellte die Weichen, die jetzt in die Trennung zwischen dem FC Basel und Brigger mündete.

Zur Mitteilung des FC Basel: «Jean-Paul Brigger verlässt den FC Basel»

https://tageswoche.ch/form/interview/die-message-ist-klar-ich-muss-liefern/

https://tageswoche.ch/sport/ich-habe-lieber-am-anfang-gegenwind-als-in-der-ganzen-zeit-danach/

Konversation

  1. Sagen wir mal so: Da konnte sich nichts trennen, weil sich nie was zusammengefunden hat.

    Aber lassen wir die Spitzfindigkeiten. Who’s next? Es gibt nur einen: «Den Sepp».

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  2. Da er sie nun beendet, kann uns die TaWo erleuchten, was denn genau Brigger’s Arbeit beim FCB war? Nicht die Funktion. Die Arbeit.

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  3. Recht hat er. Keiner will ewig an einer Kömödie von Sacha Baron Cohen teilnehmen ohne zu wissen, wann der Vorhang fällt.

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