Der Zuger Trainer Mark Adams und der Coup im Cup gegen den FC Basel

Am Sonntag, 15.30 Uhr, empfängt Mark Adams als Trainer mit Zug 94 den FC Basel im Schweizer Cup. Der 53-jährige Engländer weiss, wie man dem FC Basel ein Bein stellt – auch wenn es schon eine Weile her ist.

Mark Adams: Der Trainer von Zug 94 hat als ehemaliger Profi beim SC Kriens geschafft, was 30 Jahre später eine mittlere Sensation wäre: den FC Basel aus dem Cup zu werfen.

(Bild: facebook.com/Zug94)

Am Sonntag, 15.30 Uhr, empfängt Mark Adams als Trainer mit Zug 94 den FC Basel im Schweizer Cup. Der 53-jährige Engländer weiss, wie man dem FC Basel ein Bein stellt – auch wenn es schon eine Weile her ist.

Mark Adams, was ist in Zug los so kurz vor dem Cupmatch gegen Basel?
Die Nummer 1 im Schweizer Fussball kommt, und das bedeutet für alle im Verein vor allem viel Vorarbeit. Die Spieler freuen sich sehr auf das, was da auf sie zukommt. Es soll ein spezieller Tag werden, auch wenn alles ein bisschen ungewiss ist, schliesslich ist es eine Super-League-Mannschaft und kein Gegner aus der 1. Liga.

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Das Stadion Herti-Allmend wurde für 1600 Sitz- und 3900 Stehplätze zugelassen, es ist Platz für 700 Gästefans – mit wie viel Zuschauern rechnen Sie?
Ungefähr 4000 Tickets sind im Vorverkauf weggegangen, das ist schon mal schön, oder? Und natürlich hoffen wird, dass das Stadion voll wird.

Ist Ihre Mannschaft bereit für den Match? Toll verlief der Saisonauftakt ja nicht und die «Neue Zuger Zeitung» ätzte bereits: «Der schlafende Riese liegt im Koma»?
Nach dem Sieg im ersten Spiel haben wir vier Mal hintereinander verloren (unter anderem 0:4 daheim gegen Black Stars aus Basel; Anm. d. Red.). Das lag auch daran, dass einige Stammspieler verletzt gefehlt haben. Seit zwei Wochen trainieren wir wieder fast komplett, und beim 2:0-Sieg bei der U21 des FC Thun konnte meine Mannschaft eine sehr gute Leistung abrufen. Ich glaube, wir haben eine gewisse Stabilität gefunden. Und jetzt kann ich mich auch richtig auf den Cupmatch gegen Basel freuen. Schliesslich habe ich gegen den FCB im Schweizer Cup schon mal gewonnen, mit dem SC Kriens…

…im Herbst 1986, im St.-Jakob-Stadion, als der in Vergessenheit geratene Brasilianer Luiz Gonçalo den FCB in Führung bringt und der SC Kriens aus der Nationalliga B…
…nach zwei Toren von Jörg Zemp 2:1 gewinnt.

Sie haben als Abwehrspieler damals mit wehender Mähne den Vorsprung mit verteidigt. Wie man sieht, haben Sie an der Frisur festgehalten.
Ich habe meine Haare nur einmal kurz schneiden lassen – das war das letzte Mal. Die langen Haare sind halt einfach mein Stil.



Schweizer Cup im September 2009 in Zug: Der FC Basel gewinnt gegen Cham vor 5200 Zuschauern mit 3:0. Torschützen damals unter FCB-Trainer Thorsten Fink: Zweimal Federico Almerares und Orhan Mustafi.

Schweizer Cup im September 2009 in Zug: Der FC Basel gewinnt gegen Cham vor 5200 Zuschauern mit 3:0. Torschützen damals unter FCB-Trainer Thorsten Fink: Zweimal Federico Almerares und Orhan Mustafi. (Bild: Keystone/Neue Luzerner Zeitung)

Ist denn 30 Jahre später eine neuerliche Überraschung mit Zug gegen den FCB bei drei Klassen Unterschied vorstellbar?
Wie sagt man: Der Cup hat seine eigenen Gesetze. (schmunzelt) Es wird bestimmt nicht einfach für uns, aber meine Mannschaft wird alles geben.

Sie stammen aus dem Nordwesten Englands, genauer aus Chester, das nicht weit von Liverpool entfernt liegt. Wie sind Sie in den Achtziger Jahren in die Schweiz gekommen?
Ich bin mit 14 Jahren in ein Fussball-Internat gekommen, war drei Jahre lang Profi in England bei Shrewsbury Town und bin über eine Ferienbekanntschaft in der Schweiz gelandet.

«Daniel Gygax ist mit seinem grossen Rucksack an Erfahrung Gold wert für unsere sehr junge Mannschaft.»

Und hängengeblieben.
Ja, nach Kriens habe ich noch beim SC Zug gespielt, geheiratet, Nachwuchs bekommen, meine Trainerausbildung bis zum SFV-Instruktor gemacht, ich habe verschiedene Stationen als Trainer hinter mehr und nun bin ich seit vier Jahren bei Zug 94. Erst als Leiter Préformation des Team Zugerland und nun in der zweiten Saison Cheftrainer der Erstliga-Mannschaft.

Die Ziele in Zug sind hochgesteckt. Wie weit ist man denn noch von der Challenge League entfernt?
Vergangene Saison hatte wir auch schon einen schwierigen Saisonstart und sind am Ende Achter geworden. Im Moment befinden wir uns in einer Übergangsphase, alles muss sich nun festigen. Wir müssen vor allem Geduld haben, aber wichtig ist, dass man ein Ziel vor Augen hat. Und da befinden wir uns auf dem richtigen Weg. Das sehen wir unter anderem auch an den positiven Reaktionen von Sponsoren des Vereins.



Der Mann mit dem grossen Rucksack im Trikot der Zuger: Daniel Gygax (links), 35-facher Nationalspieler.

Der Mann mit dem grossen Rucksack im Trikot der Zuger: Daniel Gygax (links), 35-facher Nationalspieler. (Bild: facebook.com/Zug94, Sascha Frey)

So konnte man sich auch mit Daniel Gygax einen sehr prominenten Spieler leisten. Welche Rolle spielt er denn mit seinen 35 Länderspielen und inzwischen 35 Jahren?
Eine sehr wichtige Rolle. Er bringt sehr viel Erfahrung mit, einen gefüllten Rücksack aus seiner Zeit in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von 22 Jahren. Und einer unserer erfahrensten Spieler, Captain Davide Palatucci, fehlt uns nach einer schweren Knieverletzung sehr. Deshalb ist Daniel Gygax mit seiner Persönlichkeit genau der Spieler, der uns gefehlt hat. Er ist für uns Gold wert, auch als Trainer in der Nachwuchsabteilung.

Dann wünschen wir am Sonntag gegen den FC Basel viel Spass und viel Glück.
Danke, das werden wir gebrauchen können.


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Und diese Fundsache aus dem Zuger Facebook-Account noch – es wird um Hilfe von ganz weit oben gefleht:

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