Die Bäume mussten diesen Sommer viel einstecken – schlagen sie auch wieder aus?

Forscher der Universität Basel haben den Einfluss von Trockenheit auf Bäume untersucht – und gelangen zu neuen Erkenntnissen.  

Herbst im Sommer: Was dramatisch aussieht, ist eine Schutzmassnahme.

Verhungern oder verdursten: Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass dem Wald bei extremer Hitze gleich zweierlei Gefahr droht. Bäume verdunsten grosse Mengen an Wasser, während sie Sonnenlicht in Zucker umwandeln – deshalb der Durst. Fehlt das Wasser, schliessen die Blätter ihre Poren, was wiederum die Fotosynthese einschränkt. Daher der Hunger.

Nun haben Forscher der Universität Basel in einer dreijährigen Studie herausgefunden, dass heimische Bäume «durch effizienten Porenschluss und durch ausreichende Zuckerreserven physiologisch erstaunlich gut gerüstet» sind und auch extreme Hitzeereignisse wie den Sommer 2015 unbeschadet überstehen können. 

Dass sich Blätter vorzeitig verfärben und abfallen, gehöre ebenfalls zu den Schutzmassnahmen der Bäume, die sie vor Austrocknung bewahren. Entscheidend sei lediglich, dass die Blattknospen die Trockenheit ohne Schäden überdauerten, schreiben die Verfasser der Studie.

Trotz dieser Widerstandsfähigkeit geben die Forscher aber keine Entwarnung. Es sei unklar, ob die Sicherheitsmechanismen künftig ausreichten, «um auch einer starken Zunahme von Trockenheitsereignissen widerstehen zu können». Ausserdem seien geschwächte Bäume anfällig für Insektenbefall.

Auch der Krisenstab des Kantons Baselland gibt vorerst keine Entwarnung. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit müsse im Wald weiterhin «mit spontanen Astabbrüchen und umstürzenden Bäumen» gerechnet werden, heisst es in einer Medienmitteilung. 

Weil zudem keine langanhaltenden und flächendeckenden Niederschläge in Sicht seien, hält der Kanton an seinem Feuerverbot im Wald und an den Waldrändern fest. (nü)

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Konversation

  1. Es geht nicht ums austricksen. Im Gegensatz zum Menschen ist die Natur äusserst anpassungsfähig und passt sich jeglichen Ein nflüssen früher oder später an. Dabei bleiben viele Individuen auf der Strecke, was im ganzen Prozess aber nur eine untergeordnete Rolle spielt.

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  2. „Wie der Wald mit dem Hitzesommer zurechtkommt“, schreibt die Uni Basel richtig. „Austricksen“ klingt ziemlich frivol, angesichts der Tatsache, dass die Natur ums nackte Überleben kämpft. Vielleicht hat die Tageswoche noch ein paar Tricks auf Lager, für die schmelzenden Gletscher und die verseuchten Weltmeere?

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