Kunstmuseum und Beyeler schwingen bei den Besucherzahlen obenaus

Knapp 1,5 Millionen Menschen besuchten im Jahr 2017 die Basler Museen. Das sind rund 100’000 mehr als im Jahr zuvor. Im Detail weisen die diversen Häuser aber höchst unterschiedliche Resultate aus.

Das Kunstmuseum Basel konnte die Anziehungskraft des Erweiterungsbaus im zweiten Jahr erfolgreich ausspielen.

Das mit der Besucherstatistik ist so eine Sache. Auch und gerade im Museumsbereich, weil der Erfolg letztlich immer davon abhängt, ob ein Haus mit einer Blockbuster-Ausstellung viele Menschen anlocken kann oder eben nicht.

Das Basler Präsidialdepartement vermeldet nun für das Museumsjahr 2017 einen gesamthaften Publikumszuwachs um 8,1 Prozent gegenüber 2016. Knapp 1,5 Millionen Besucher besuchten die Basler Museen. Für den Zuwachs sorgten primär die Fondation Beyeler und das Kunstmuseum Basel.

Monet lockte die Massen in die Fondation Beyeler

Spitzenreiter in der Publikumsgunst bleibt die Fondation Beyeler, die mit fast 490’000 Besuchern ein Rekordjahr verzeichnen konnte. 2017 zog sie 47 Prozent mehr Besucher an als im Jahr zuvor. Massgeblich zu diesem Ansturm beigetragen hatte die Monet-Schau, die 287’000 Menschen gesehen haben. 46’000 junge Besucher unter 25 Jahren nutzten die Gelegenheit zum Gratiseintritt, den ihnen die Fondation aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens gewährt hatte. Im laufenden Jahr rechnet die Fondation wieder mit weniger Besuchern

Mit 335’000 Besuchern konnte auch das Kunstmuseum Basel die Besucherzahlen stark, nämlich um fast 30 Prozent steigern. Die erfolgreichste Ausstellung hier war «Chagall – Die Jahre des Durchbruchs 1911–1919», die 70’500 Besucher im Jahr 2017 anzulocken vermochte (total waren es 103’000 Besucher bis Ende Januar 2018).

Staatliche Museen im Minus

Die anderen grossen Museen verzeichnen bei den Besucherzahlen einen Rückgang. Besonders drastisch zeigt sich dies beim Historischen Museum Basel mit nur noch 62’500 Besuchern, was einem Minus von 54 Prozent entspricht. Das dürfte zum einen daran liegen, dass das Museum sich wegen den Budgetüberschreitungen aus der Ära Jungblut kaum mehr Sonderausstellungen leisten konnte (die Ausstellung «Aufgetaucht» startete erst Ende September). Dazu kam, dass es aufgrund einer Intervention des neuen Direktors Marc Fehlmann seit 1. Juli 2017 die Gratisbesucher des Cafés nicht mehr mitzählt.

Um 31 Prozent auf 53’408 zurück gingen auch die Besucherzahlen im Antikenmuseum Basel. Die Sonderausstellung «Glückliches Arabien? Mythos und Realität im Reich der Königin von Saba» erwies sich offensichtlich nicht als Publikumsrenner, und die erfolgversprechende Ägypten-Ausstellung «Scanning Sethos» eröffnete erst im Oktober.

Mit 71’300 Besuchern kann das Museum der Kulturen Basel in etwa gleichbleibende Zahlen vorweisen. Ebenso das Naturhistorische Museum Basel, das 123’000 Besucher anzulocken wusste. Dies entspricht in etwa den Zahlen des Vorjahres, liegt aber weit über den Resultaten aus den Jahren 2013 bis 2015.

Einen Rückgang um knapp 16 Prozent musste das Museum Tinguely hinnehmen. Dieses Haus lockte 2017 rund 98’000 Besucher an.

Ein kurzer Blick noch über die Landesgrenzen hinaus: Mit 179’000 Besuchern, das entspricht einem Plus von 30 Prozent, hat das Vitra Design Museum in Weil am Rhein ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr hinter sich. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass dieses Museum im Sommer 2016 ein neues schmuckes Schaudepot eröffnen konnte.

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