Marek Suchy: «Das ist genau das Erlebnis, das wir gebraucht haben»

Für den Captain des FC Basel war der Abend in Manchester speziell: Marek Suchys 100. Auftritt im Europacup wird mit einem Coup gekrönt. Nun will er eine Prämienbeteiligung aushandeln, denkt an das Standing der Schweiz im Uefa-Ranking – und hofft auf eine Initialzündung in der Meisterschaft.

Jubiläumsabend: Marek Suchy läuft ins Etihad-Stadion von Manchester ein, wo der 29-jährige Captain des FC Basel sein 100. Europacup-Spiel bestritt.

Marek Suchy, besser hätte Ihr 100. Spiel im Europacup nicht laufen können.

Es war ein schöner Abend, an den ich mich noch lange sehr gut erinnern werde. Es ist nicht einfach, hier im Stadion von Manchester City zu gewinnen.

Wie war das möglich, dass der FCB dem gefeierten Team schlechthin widerstehen konnte? Es sah so aus, als ob die Mannschaft ihrem Trainer und dessen Vorgaben geglaubt hat.

Was Raphael Wicky vor dem Spiel gesagt hat, war wichtig: Er war so ehrlich zu sagen, dass wir hier nicht um die Viertelfinalteilnahme spielen. Wir hatten Ziele für die erste und die zweite Halbzeit und wir haben nicht an das Resultat aus dem Hinspiel gedacht. Der Start mit dem frühen Gegentor war wieder nicht einfach. Wir wollten geschlossen verteidigen, aber auch Fussball spielen und das Spiel geniessen – schliesslich ist es Champions League. Das spielt man nicht unbedingt jedes Jahr.

Den Ball hat der FCB nicht wirklich oft gehabt: 30 Prozent Spielanteil weist die Statistik aus und die ungeheuerliche Zahl von 1070 Pässen, die Manchester City gespielt hat. Und dennoch gewinnt Ihre Mannschaft.

Das klingt tatsächlich seltsam. Das passiert nicht sehr oft, dass sich ein so eindeutiger Ballbesitz nicht auf das Ergebnis auswirkt, aber es passiert eben manchmal. Und an eine solche Überraschung haben wir geglaubt. Es war klar, dass wir in die Defensive zurückgedrängt werden, dass der Gegner mehr in Ballbesitz ist, dass wir viel ohne Ball laufen müssen und leiden. Aber wir wussten auch, dass wir unsere Chancen bekommen.

Was nehmen Sie mit aus Manchester und dieser Champions-League-Kampagne?

Wir sind stolz auf diesen Sieg, und für uns ist das ein grossartiges Gefühl. Natürlich haben wir auch gesehen, mit welcher Mannschaft Manchester angetreten ist, aber das ändert nichts daran: Wir haben sie geschlagen. Ich hoffe, dass dieses Spiel genau das Erlebnis ist, das wir gebraucht haben in unserer Situation nach den schlechten Ergebnissen in der Meisterschaft. Und schliesslich haben wir auch noch wichtige Punkte für die Schweiz und das Uefa-Ranking geholt. Darüber haben wir vorher zwar nicht gesprochen, aber darauf kann man jetzt hinterher schon mal hinweisen.

Die Situation für die Schweiz im Uefa-Ranking

Wie haben Sie sich in der neu formierten Abwehrreihe mit Fabian Frei und Léo Lacroix gefühlt? Es sah stabil aus. 

Ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl. Wir hatten uns vorgenommen, den Offensiven zu folgen, wenn sie sich zwischen den Linien bewegen, einer sollte immer eine Art Rückversicherung sein, und das hat gut geklappt. Abgesehen vom Gegentor. Da habe ich nicht damit gerechnet, dass der Querpass an zwei unserer Spieler vorbei kommt.

Für den Klub ist es der fünfte Sieg in acht Champions-League-Spielen. Hat die Mannschaft auch etwas von der zusätzlichen Prämie für die Achtelfinalteilnahme?

Ich denke, wir werden darüber diskutieren. Es gab eine Abmachung, dass die Mannschaft profitieren soll, wenn sie gewinnt.

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