Dunkles Haus findet trotz bester Lage keinen Käufer

Das grösste Gebäude am Rümelinsplatz steht seit Langem leer und findet keinen Käufer. Nun liegt die Liegenschaft neu in den Händen einer internationalen Beraterfirma. Ob mit neuem Besitzer oder nicht – ein Umbau bahnt sich an.

Das Gebäude am Rümelinsplatz 1 soll verkauft werden.

(Bild: Nils Fisch)

Das grösste Gebäude am Rümelinsplatz steht seit Langem leer und findet keinen Käufer. Nun liegt die Liegenschaft neu in den Händen einer internationalen Beraterfirma. Ob mit neuem Besitzer oder nicht – ein Umbau bahnt sich an.

Die Pflästerarbeiten im Gerbergässlein sind beendet. Dennoch kommt der Rümelinsplatz nicht zur Ruhe. Weiterhin steht eine Mulde da, ein Bagger lädt ab und zu Kies auf, und ein Loch an der Ecke eingangs Grünpfahlgasse zeugt davon, dass die Bauarbeiten am Rümelinsplatz wohl noch nicht ganz abgeschlossen sind.

Ruhig war es seit einiger Zeit um das leer stehende Gebäude mit der Hausnummer 1. Nun kündigt ein Schild an der Türe Änderungen an. Es handelt sich um eine Baupublikation, die Passanten darüber informiert, dass ein Umbau mit «neuen Fassadenöffnungen» geplant sei.

Inhaberin des Gebäudes ist seit 2006 die Shimna Holding aus Luxemburg. Nachforschungen der TagesWoche haben bereits mehrfach zum gleichen Resultat geführt – nämlich zu nichts. Keine Antwort, keine Informationen. Es ist anzunehmen, dass die Firma nur für den Kauf der Liegenschaft gegründet wurde und eine Briefkastenfirma ist.

Baugesuch zur Abklärung

Der ehemalige «edle Dorfplatz» hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Im Dezember 2014 stellte der Verein Instand-Belebung Rümelinsplatz einen Weihnachtsbaum auf, an den Passanten ihre Wünsche hängen konnten. Kurz darauf folgte eine Art analoges Facebook, eine Wand mit leeren Bilderrahmen, die zur künstlerischen Verwirklichung einluden. Seit April schmücken «Aufwertungs-Birken» den Platz, die platziert wurden, um Lieferwagen fernzuhalten, die ihn wiederholt zuparkiert hatten.

Im Mai schliesslich fuhren die Baumaschinen für die Stadtbibliothek der GGG auf und wurden darauf von den «Innenstadtumgestaltern» abgelöst, die das Gerbergässlein neu bepflästert haben. Und nun soll offenbar auch bei Hausnummer 1 etwas gehen.



Das Gebäude am Rümelinsplatz 1 sucht einen neuen Käufer.

Die «Aufwertungs-Birken» und die Baugeräte haben die Lieferwagen verscheucht. Dafür wurde der Eingangsbereich des leerstehenden Gebäudes zum beliebten Velo-Parking. (Bild: Nils Fisch)

Auf Anfrage bestätigt die von der Shimna Holding beauftragte CBRE aus Zürich die Einreichung eines Baugesuchs. Es handle sich allerdings nicht um ein konkretes Bauvorhaben, sagt Architektin Doreen Martens. Das generelle Baugesuch sei lediglich eingereicht worden, um Sicherheit für mögliche Investoren zu schaffen. Die CBRE, die sich selber auf ihrer Website als weltweit führende Beraterfirma für gewerbliche Immobilien bezeichnet, sei mit dem Verkauf der Liegenschaft beauftragt. 

Erdbebensicherheit als Verkaufsargument

Beim Baugesuch gehe es vor allem darum zu prüfen, ob zusätzliche Fenster eingebaut werden können. Im Gebäude gebe es abgesehen von den Räumen zum Rümelinsplatz hin kaum Tageslicht. Die Mauern seien geschlossen. Zusätzliche Fenster würden den Innenraum stark aufwerten.

Ein weiterer Teil der Abklärungen, die die CBRE mit dem generellen Baugesuch in Auftrag gegeben hat, ist die Prüfung der Erdbebensicherheit. Die Möglichkeit, zusätzliche Fenster einbauen zu dürfen sowie die gewährleistete Sicherheit bei Erdbeben würden die Attraktivität des Gebäudes steigern.

Die Bemühungen der CBRE legen den Schluss nahe, dass das Gebäude nur verkauft werden kann, wenn ein Umbau möglich ist. Was die Shimna Holding plant, wenn sie keinen Käufer findet, kann mangels Antwort der Besitzerin nicht abgeschätzt werden. Um das Gebäude loszuwerden, müsste sie es wohl selber umbauen.

Konversation

  1. Wie wäre es mit plätten? Da könnte doch das Pub daneben uusestuehle oder ein kleiner Innenstadtpark entstehen.

    (keineswegs ernst gemeint)

    Mit einer vernünftigen Bodensteuer wäre das nicht passiert. https://en.wikipedia.org/wiki/Land_value_tax

    Der Boden dort hat ca. 3000-5000/sqm wert. Keine Ahnung, aber wenn da jemand 20% dem Staat abliefern müsste jedes Jahr, wäre das erledigt mit „och, schaumermal, nächstes Jahr vielleicht.“

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  2. mal biz die berater beraten … bei diesem schrecklichen schuppen wäre erdbeben-unsicherheit das bessere verkaufsargument …

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  3. Zusätzliche Fenster? Wo sollen die hin?
    Wahrscheinlich haben die Luxemburgerli vor, eine Glasfassade zu erzwingen, die wie die Faust aufs Auge zur Umgebung passt.

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  4. Wieder ein Txt aus einem Land, in dem Geld und hier der Preis natürlich tabu sind!
    Wer Mondpreise haben will, muss aber auch Mondqualität liefern!

    … oder entwertet sich hier schon zunehmend die Innenstadt?
    Keine Parkmöglichkeiten, schlechte Zufahrten, umständliche Wegbeschreibung dahin, Frage der Rollstuhlgängigkeit auch der Umgebung….

    Eigentlich bräuchte diese Stadt Luft und Licht, statt dieses irre Mäuse-Höhlengewirr der Innenstadt!

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